ACP-Therapie

Für Erkrankungen bzw. Verletzungen von Gelenken, Muskeln oder Sehnen gibt es eine Alternative zu den herkömmlichen medikamentösen und operativen Therapien. Speziell aufbereitetes Blut (ACP) kann die Regeneration des Gewebes beschleunigen und dadurch die Heilung unterstützen und Schmerzen lindern. Die Abkürzung ACP steht für „Autologes Conditioniertes Plasma“ und bedeutet „körpereigenes aufbereitetes Blut“. Der große Vorteil ist, dass diese Methode (s.u.) komplett ohne zusätzliche Medikamente durchgeführt wird. ACP wird auch im Profisport eingesetzt. Im Jahr 2019 haben etwa zwei Drittel der Mannschaftsärzte der 1. Fußball-Bundesliga mit ACP gearbeitet. Auch viele Mannschaftsärzte anderer Profisportarten wie Handball, Basketball und Eishockey nutzen das System.

 

Während des Regenerationsprozesses nach Verletzung greifen im Körper des Patienten eine Reihe von verschiedenen Prozessen ineinander, welche von sogenannten Wachstumsfaktoren geregelt werden. Diese Faktoren werden von den Blutplättchen (Thrombozyten) freigesetzt und aktiviert, so auch bei einer Verletzung oder Entzündung. Von ihnen wird der Heilungsprozess gestartet und im weiteren Verlauf gefördert. Hierdurch kommt es zu einer Schmerzreduktion. Durch eine Aufarbeitung des eigenen Blutes kann dieser Effekt verstärkt und somit gezielt genutzt werden. Durch das ACP-Verfahren werden sowohl die Anzahl der Blutplättchen als auch die Konzentration der Wachstumsfaktoren signifikant erhöht.

ACP BEI ARTHROSE (SCHÄDEN AM GELENKKNORPEL)

Die Ursachen von Arthrose und Knorpelverschleiß sind vielfältig. Insbesondere bei den verletzungsbedingten Knorpelschäden bietet sich die ACP-Therapie an, um den regenerativen Effekt zu beschleunigen und um zusätzliche Heilungsprozesse an weiteren verletzten Strukturen (Bänder, Sehnen, etc.) zu ermöglichen.

ACP BEI VERLETZUNGEN UND ENTZÜNDUNGEN AN MUSKELN, SEHNEN UND BÄNDERN

Eine häufige Ursache von Verletzungen des Bewegungsapparates sind Über- oder Fehlbelastungen, wobei das Gewebe mit Entzündungen, Zerrungen oder Faserrissen reagiert. Auch in diesen Geweben zeigt sich, dass eine ACP-Therapie den Heilungsverlauf unterstützen und beschleunigen kann. 

Typische Einsatzgebiete:

  • Bandverletzungen
  • Meniskusschäden
  • Läuferknie/Springerknie
  • Achillessehnenschmerzen
  • Tennisarm/Tennisellenbogen/Golferellenbogen
  • Fersensporn
  • Muskelverletzungen (Muskelfaserriss)

 

KOSTEN DER ACP-THERAPIE

Die Kosten der Therapie werden bisher noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und müssen daher durch den Patienten getragen werden. Allerdings sind diese Kosten oft steuerlich absetzbar. Bei den privaten Krankenversicherungen werden meist die gesamten Kosten oder zumindest ein Anteil übernommen.

 

ABLAUF DER ACP

 

Eine kleine Menge an Blut (ca. 15 ml) wird mit Hilfe einer speziell entwickelten Doppelkammerspritze aus der Vene des Patienten entnommen.

 

 

Anschließend wird das Blut mittels Zentrifuge verarbeitet und der Teil des Blutes – das Blutplasma – aufbereitet, welcher die körpereigenen regenerativen, arthrose- und entzündungshemmenden Bestandteile enthält.

 

 

Dieses geschieht mit Hilfe eines Doppelkammer-Systems. Nach der Aufbereitung sind die Wachstumsfaktoren und Blutplättchen (oben, heller Anteil) von den Blutkörperchen (unten, roter Anteil) in der Spritze getrennt.

Mit der integrierten zweiten Spritze wird nun der gewünschte obere Anteil mit den Wachstumsfaktoren und Blutplättchen abgezogen. Das Aufbereitungssystem für das Blut ist geschlossen, steril und bietet somit den größtmöglichen Schutz vor Infektionen.

Anschließend ist die Spritze bereit um in ein Gelenk oder an eine verletzte Struktur injiziert zu werden. Der gesamte Vorgang dauert zwischen 15 und 30 Minuten und wird 3 (- 5) Mal im wöchentlichen Abstand wiederholt. Bei akuten Verletzungen erfolgt die ACP Therapie in kürzeren Intervallen. Nach jedem Therapietermin können die Patienten direkt wieder nach Hause gehen.

 

GUTE VERTRÄGLICHKEIT

Die Behandlung mit ACP ist kortisonfrei und regt die Selbstheilungskräfte des Körpers auf natürliche Weise an. Die Behandlungsmethode zeigte in Untersuchungen keine unerwünschten Nebenwirkungen oder Komplikationen. Das Blut wird nicht mit anderen Substanzen vermischt, daher ist diese Form der Therapie besonders verträglich für den Körper.