Schwerpunkte

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Neurologische Erkrankungen sind vielfältig und haben die unterschiedlichsten Ursachen. Neben dem breiten allgemeinen neurologischen Behandlungs- und Diagnosespektrum haben wir uns zudem auf einige Schwerpunkte konzentriert.

Demenz

Der Fachbegriff "Demenz" bezeichnet eine meist fortschreitende und unheilbare Störung der Hirnleistung. Der geistige Verfall betrifft die so genannten kognitiven Fähigkeiten, etwa das Erkennen, die Gedächtnisleistung, das Lernen und das Planen. Letztlich verlieren die Betroffenen die Kontrolle über das Denken und damit über sich selbst. Auch die Persönlichkeit von Demenzkranken leidet, es kommt zu einer tiefgehenden Änderung des Verhaltens und des Wesens.
 

Epilepsie

 
"Epilepsie" ist der Sammelbegriff für Krankheitsbilder, bei denen es ohne erkennbaren Anlass wiederholt zu epileptischen Anfällen kommt. Diese haben ihre Ursache in einer vorübergehend gestörten Hirntätigkeit. Vergleichbar einem Gewitter kommt es bei einem epileptischen Anfall zu einer gleichzeitigen elektrischen Entladung der Nervenzellen im Gehirn. Je nachdem, wie viele Nervenzellen beteiligt sind, kommt es zu Krampfanfällen oder auch nur zu kurzfristigen Bewusstseinsstörungen oder abnormen Wahrnehmungen.

Die Epilepsie ist die häufigste chronische Erkrankung des Zentralnervensystems. Bundesweit gibt es etwa eine halbe Million Patienten, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Die Erkrankung gilt heute als gut behandelbar.

Obwohl bei den meisten Epileptikern die ersten Anfälle bereits im Kindes- oder Jugendalter vorkommen, kann sich die Erkrankung auch erst im Alter entwickeln. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit zu, rund ein Viertel der neu auftretenden Fälle betreffen Patienten >60 Jahre.

Kopfschmerzen

Sicherlich hat wohl jeder Mensch in seinem Leben schon Kopfschmerzen gehabt. Meist handelt es sich um so genannte „Bagatellschmerzen“ mit bekannter Ursache – vielleicht eine flotte Party, eine anstrengende Autofahrt oder das lange und konzentrierte Arbeiten vor dem Computer. Doch das ist nur ein Aspekt. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society) unterscheidet mehr als 180 verschiedene Formen des Kopfschmerzes. Am häufigsten ist der Spannungskopfschmerz (>50%), gefolgt von Migräne (>30%).

Zwar lassen sich viele Kopfschmerzen sehr gut und einfach mit Hausmitteln oder frei erhältlichen Medikamenten behandeln, bei wiederholten und stärkeren Kopfschmerzen sollten Sie aber ärztlichen Rat einholen.

Krankheiten peripherer Nerven

"Neuropathie" steht als Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Angeborene (primäre) Erkrankungen der peripheren Nerven sind eher selten. Häufiger treten Neuropathien in Folge anderer Erkrankungen (z. B. Diabetes, Schilddrüsenerkrankung) oder nervenschädigender Substanzen (z. B. Alkohol, Drogen) auf. Die Therapie der Neuropathien richtet sich nach der Grunderkrankung, wobei bei den angeborenen Neuropathien ist eine ursächliche Therapie oft nicht möglich ist.

Multiple Sklerose

In Deutschland leiden etwa 100.000 Menschen an Multipler Sklerose (MS), einer chronisch entzündlichen Erkrankung von Gehirn und/oder Rückenmark. Nicht selten treten die ersten Krankheitsanzeichen zwischen dem 20. bis 40. Lebensjahr auf.

Bei der MS werden Teile der Nervenfasern angegriffen und zerstört, die für die Weiterleitung von Impulsen wichtig sind. Aber auch Nervenfasern und -zellen selbst können zerstört werden. Die Folgen reichen von Missempfindungen in bestimmten Körperregionen bis hin zu fortschreitenden Lähmungen.

Auch wenn die MS derzeit nicht heilbar ist, können das Fortschreiten der Erkrankung gebremst und die Symptome gelindert werden.

Parkinson

Das Parkinson-Syndrom – medizinisch Morbus Parkinson, im Volksmund "Schüttellähmung" genannt – ist einer der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems mit in Deutschland ca. 200.000 Patienten.

Parkinson-Patienten leiden an Haltungs- und Bewegungsstörungen, Muskelversteifung und Zittern. Die Ursache für diese Symptome bleibt in den meisten Fällen unbekannt (idiopathisches Parkinson-Syndrom; IPS). Beim IPS werden drei Ausprägungen der Erkrankung unterschieden:

  • Form mit nur eingeschränkter Beweglichkeit (akinetisch-rigider Typ)
  • Form mit vorherrschendem Zittern (tremor-dominanter Typ)
  • Form mit etwa gleich ausgeprägter Bewegungsstörung und Zittern (Äquivalenz-Typ).

Neben dem IPS gibt es noch das (seltenere) symptomatische oder sekundäre Parkinson-Syndrom (SPS). In diesen Fällen sind Vergiftungen oder andere Erkrankungen für das Auftreten eines M. Parkinson die Ursache.

Das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung liegt bei etwa 55 Jahren. Nur 5 bis 10% aller Patienten leiden an einem "early-onset-Parkinson", der schon vor dem 40. Lebensjahr auftritt. Mit höherem Alter nimmt die Erkrankungswahrscheinlichkeit zu: Schon heute leiden 1% der >60jährigen und 3% aller >80jährigen an Parkinson. Tendenz: zunehmend!

Parkinson ist bis heute nicht heilbar und auch in seinem Fortschreiten nicht aufzuhalten. Die Therapie ist deshalb darauf ausgerichtet, die Symptome zu lindern und dadurch die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die medikamentöse Behandlung wird ergänzt und kombiniert mit u.a. Krankengymnastik, Logo- und Ergotherapie u.v.m.

Zerebrovaskuläre Störungen sind Störungen oder Erkrankungen, die durch Veränderungen im Bereich der hirnzuführenden oder der Blutgefäße im Gehirn verursacht werden. Das können Durchblutungsstörungen im Sinne einer Zerebralsklerose ("Verkalkung") sein, oder veränderte Reaktionen der Adern, wie z. B. bei Migräne. Im schlimmsten Fall handelt es sich um einen Schlaganfall, bei dem es zum Absterben von Gehirnarealen kommen kann.

Der Begriff wird im weiteren Sinne auch ungenau für verschiedene Beschwerden verwendet, die bei älteren Mensch gehäuft auftreten (Schwindel, Gedächtnis-/Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen).