Prävention

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Auch in der Neurologie gilt: Behandeln ist gut, Prävention wäre (noch) besser. Viele neurologische Krankheitsbilder könnten durch eine vorbeugende Lebensweise vermieden werden. Wir helfen Ihnen gerne dabei!

Schlaganfall

Beim cerebralen Insult, so der Fachausdruck für den Schlaganfall, kommt es zu einer plötzlichen Minderversorgung des Gehirns mit Blut. Das passiert dann, wenn ein Blutgefäß durch eine Arteriosklerose oder ein verschlepptes Blutgerinsel (Embolus) "verstopft" wird (ischämischer Insult). Seltener ist der "hämorrhagische" Schlaganfall, bei dem eine Gehirnblutung zur Minderversorgung führt. Wird diese Minderversorgung nicht in kurzer Zeit behoben, sterben Gehirnzellen ab, die betroffen Gehirnregion fällt aus und es kommt zu den bekannten Schlaganfall-Symptomen, z. B. Geh- oder Sprachstörungen u.v.m. Deshalb gilt: Jeder Schlaganfall ist ein Notfall!

Noch besser als die dann dringende Soforthilfe wäre aber die Vorbeugung.

In Deutschland "trifft der Schlag" jährlich ca. 200.000 Menschen. Bei Personen jenseits des 60. Lebensjahres Jahren steigt das Risiko für einen Schlaganfall. Aber auch junge Menschen können betroffen sein: Etwa jeder zehnte Schlaganfall tritt bei unter 40jährigen auf und sogar Neugeborene und Kinder sind davor nicht sicher.

Bei der Vorbeugung kommt es vor allem auf das rechtzeitige Erkennen und Behandeln von Risikofaktoren an. Wer einen oder mehrere der folgenden Risikofaktoren aufweist und über 60 Jahre ist, sollte besonders wachsam sein: Bluthochdruck, Arteriosklerose, Fettstoffwechselstörungen, Blutzucker, Übergewicht, Diabetes, Übergewicht, Rauchen. Aber auch die Einnahme der "Pille" erhöht das Schlaganfallrisiko, besonders bei Raucherinnen.

Viele der Risikofaktoren sind vermeidbar oder lassen sich durch eine gesunde Lebensweise vermindern. Körperliches Training, Gewichtsabnahme sowie eine ausgewogene Ernährung sind einfache, aber effektive Vorbeugemaßnahmen. Bei vielen Grunderkrankungen sind auch Medikamente nötig. Nehmen Sie diese unbedingt regelmäßig und so wie vom Arzt verordnet!

Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen bei Ihren Präventionsanstrengungen.

Demenz

Mit den demografischen Veränderungen, der steigenden Zahl von immer älteren Mitbürgern und der damit auch steigenden Zahl von Demenzerkrankungen wird die Frage nach Vorbeugung immer wichtiger.

Nach heutigem Wissensstand gibt es, vergleichbar wie bei Herz-Kreislauferkrankungen, Risikofaktoren, die eine Demenzentwicklung fördern: übermässiger Alkohol, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck u. a. m. Von der konsequenten Behandlung dieser so genannten "vaskulären" Risikofaktoren ist eine deutliche Reduktion von Demenz-Neuerkrankungen zu erwarten. Im Gegensatz zu diesen können die Risikofaktoren Alter, Geschlecht und Erbanlagen nicht beeinflusst werden.

Ein gesunder Lebensstil, geistiges und körperliches Training und eine gesunde Ernährung sind zur Demenzvermeidung unbedingt zu empfehlen. Neuere Studien zeigen, dass vor allem viel frisches Obst und frische Obstsäfte (enthalten wichtige Mineralstoffe und Vitamine, die die Nerven schützen) dazu beitragen können, das Neuauftreten von Demenz zu vermindern.

Sie können selbst viel für Ihre Gesunderhaltung tun. Wir unterstützen Sie gerne dabei, z.B. durch eine Früherkennung und Behandlung von beeinflussbaren Risikofaktoren. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich jederzeit gerne an uns.

Neuropathie

Diabetes mellitus, Alkoholkrankheit, Stoffwechselstörungen, Vitaminmangel (z.B. Folsäure) sowie bestimmte Medikamente können schmerzhafte Erkrankung mehrerer Nerven (Neuropathie, Polyneuropathie) verursachen, im Extremfall das ganze periphere Nervensystem betreffen.

Frühsymptome einer Neuropathie können zunächst Missempfindungen der Haut und Sensibilitätsstörungen sein, meist beidseits und vor allem an den Beinen. Typisch für eine Polyneuropathie ist ein ständiges Kribbelgefühl (Ameisenlaufen). In späteren Stadien können Lähmungen mit Muskelschwund dazu kommen, aber auch Störungen der Blasen- und Darmentleerung sowie der Schweißsekretion.

Zur Vermeidung solcher Probleme ist die Behandlung der Grundkrankheit (z.B. gute Blutzuckerkontrolle, Verzicht auf Alkohol) unabdingbar. Schmerzen und Missempfindungen lassen sich mit Medikamenten lindern, Krankengymnastik und Ergotherapie sind sinnvolle Begleittherapien. Wichtig ist auch eine aufmerksame Selbstkontrolle des Körpers und eine sorgfältige Fußpflege. Wegen der Neuropathie werden Druckstellen und Verletzungen werden oft nicht verspürt und bleiben unbehandelt. Dies ist vor allem bei diabetischer Neuropathie gefährlich, weil bei Zuckerkranken die Wunden schlecht verheilen.